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1. Funktionsweise einer Luft-Wasser-Wärmepumpe

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt die Umgebungsluft als Wärmequelle, um Heizenergie für ein Gebäude bereitzustellen. Sie funktioniert nach dem Prinzip eines umgekehrten Kühlschranks: Während ein Kühlschrank Wärme aus dem Innenraum entzieht und nach außen abgibt, entzieht die Wärmepumpe der Außenluft Wärme und überträgt sie auf das Heizsystem des Hauses. Der Prozess läuft in mehreren Schritten ab:

  • Luftaufnahme: Ein Ventilator saugt Außenluft an, die durch einen Verdampfer strömt.
  • Verdampfung: Ein Kältemittel mit sehr niedrigem Siedepunkt nimmt die Wärme aus der Luft auf und verdampft dabei.
  • Verdichtung: Ein Kompressor verdichtet das gasförmige Kältemittel, wodurch dessen Temperatur steigt.
  • Wärmeübertragung: Die gewonnene Wärme wird über einen Wärmetauscher an das Heizungswasser abgegeben, das dann in das Heizsystem des Gebäudes eingespeist wird.
  • Entspannung: Das Kältemittel entspannt sich im Expansionsventil, kühlt ab und wird erneut in den Verdampfer geleitet, um den Kreislauf von vorne zu beginnen.

Diese Technik funktioniert selbst bei niedrigen Außentemperaturen, allerdings sinkt die Effizienz mit kälter werdender Luft.


2. Voraussetzungen für die Installation einer Luft-Wasser-Wärmepumpe

Bevor eine Luft-Wasser-Wärmepumpe installiert wird, sollten folgende Punkte überprüft werden:

  • Platzbedarf: Die Wärmepumpe benötigt einen geeigneten Standort im Außenbereich (z. B. Garten, Hauswand oder Dach), der ausreichend Platz für die Luftzirkulation bietet.
  • Schallschutz: Da die Außeneinheit Geräusche erzeugt, sollte sie nicht zu nah an Schlafräumen oder Nachbargrundstücken stehen. Manche Gemeinden haben Lärmschutzvorschriften.
  • Hausdämmung: Eine gute Dämmung ist wichtig, da Wärmepumpen mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten und sich am besten für gut gedämmte Gebäude eignen.
  • Heizsystem: Fußbodenheizungen oder großflächige Heizkörper sind ideal, da sie mit geringeren Temperaturen auskommen als klassische Heizkörper.
  • Stromanschluss: Eine Wärmepumpe benötigt eine zuverlässige Stromversorgung, idealerweise mit einem separaten Stromzähler für einen speziellen Wärmepumpentarif.
  • Genehmigungen: In manchen Fällen sind baurechtliche oder behördliche Genehmigungen erforderlich, besonders in dicht bebauten Gebieten.

3. Weitere wichtige Aspekte bei der Nutzung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe

  • Effizienz (COP-Wert): Der Coefficient of Performance (COP) gibt an, wie effizient die Wärmepumpe arbeitet. Ein hoher COP-Wert bedeutet weniger Stromverbrauch.
  • Kombination mit Photovoltaik: Eine eigene Photovoltaikanlage kann den Stromverbrauch der Wärmepumpe reduzieren und die Betriebskosten senken.
  • Wartung und Pflege: Die Wärmepumpe sollte regelmäßig gewartet werden, um eine hohe Effizienz zu gewährleisten. Das umfasst die Reinigung des Luftfilters und das Überprüfen des Kältemittelkreislaufs.
  • Fördermöglichkeiten: Es gibt oft staatliche Zuschüsse oder Förderprogramme für die Installation von Wärmepumpen, die die Anschaffungskosten senken können.
  • Winterbetrieb: Bei sehr niedrigen Temperaturen kann eine elektrische Zusatzheizung notwendig sein, um genügend Wärme bereitzustellen.
  • Langfristige Kosten: Trotz höherer Anschaffungskosten im Vergleich zu Gas- oder Ölheizungen amortisiert sich die Wärmepumpe über die Jahre durch niedrigere Betriebskosten.

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist also eine effiziente und umweltfreundliche Heizungslösung, wenn die Voraussetzungen stimmen und die Planung sorgfältig erfolgt.