1. Funktionsweise einer Brauchwasserwärmepumpe
Eine Brauchwasserwärmepumpe ist eine spezielle Wärmepumpe, die ausschließlich zur Erwärmung von Trink- und Duschwasser genutzt wird. Sie entzieht der Umgebungsluft Wärme und nutzt diese, um Wasser im Warmwasserspeicher zu erhitzen. Der Prozess läuft in mehreren Schritten ab:
A) Aufnahme von Umgebungsluft
- Die Wärmepumpe saugt Raum- oder Außenluft an.
- Oft wird die Abluft aus Kellern, Heizräumen oder Hauswirtschaftsräumen genutzt.
B) Wärmeerzeugung durch den Kältemittelkreislauf
- Die aufgenommene Wärme wird auf ein Kältemittel übertragen, das dadurch verdampft.
- Ein Kompressor verdichtet das gasförmige Kältemittel, wodurch die Temperatur steigt.
C) Wärmeübertragung auf das Brauchwasser
- Das erhitzte Kältemittel gibt seine Wärme über einen Wärmetauscher an das Brauchwasser im Speicher ab.
- Das Kältemittel kühlt ab, verflüssigt sich und beginnt den Kreislauf erneut.
D) Speicherung und Nutzung des Warmwassers
- Das erwärmte Wasser wird im integrierten Warmwasserspeicher (meist 200–300 Liter) gespeichert.
- Es kann jederzeit für Duschen, Waschbecken oder Haushaltsgeräte genutzt werden.
Eine Brauchwasserwärmepumpe funktioniert unabhängig von der Heizungsanlage und kann das Wasser effizient erwärmen, insbesondere wenn sie mit einer Photovoltaikanlage kombiniert wird.
2. Voraussetzungen für die Installation einer Brauchwasserwärmepumpe
A) Geeigneter Standort
- Keller, Hauswirtschaftsraum oder Heizungsraum sind ideale Standorte.
- Der Raum sollte mindestens 10–15 m³ Luftvolumen haben, damit genügend Wärme zur Verfügung steht.
- Alternativ kann auch Außenluft über Kanäle genutzt werden.
B) Luftführung und Abluftkonzept
- Die Wärmepumpe kühlt die Umgebungsluft ab, daher sollte der Raum nicht zu klein oder zu kalt werden.
- Die kalte Abluft kann z. B. zur Kellerkühlung oder zur Klimatisierung eines Vorratsraums genutzt werden.
C) Stromanschluss
- Eine normale 230-Volt-Steckdose reicht meist aus.
- Ein separater Stromtarif für Wärmepumpen kann Kosten sparen.
D) Warmwasserbedarf
- Die Speichergröße sollte an den Haushalt angepasst sein:
- 200 Liter für 2–3 Personen
- 300 Liter für 4–5 Personen
3. Weitere wichtige Aspekte bei der Nutzung einer Brauchwasserwärmepumpe
A) Effizienz und Stromverbrauch
- Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt die Effizienz an (meist 3–4).
- Eine JAZ von 3 bedeutet: 1 kWh Strom erzeugt 3 kWh Wärme.
- Mit einer Photovoltaikanlage kann der Stromverbrauch weiter gesenkt werden.
B) Betriebsgeräusch
- Eine Brauchwasserwärmepumpe erzeugt ein leichtes Betriebsgeräusch (etwa 40–50 dB).
- Sie sollte nicht direkt neben Wohnräumen installiert werden.
C) Wartung und Lebensdauer
- Die Wärmepumpe ist wartungsarm und hat eine Lebensdauer von 15–20 Jahren.
- Der Luftfilter sollte regelmäßig gereinigt werden, um eine optimale Leistung zu gewährleisten.
D) Fördermöglichkeiten
- In einigen Ländern gibt es staatliche Zuschüsse oder Förderprogramme für Brauchwasserwärmepumpen.
- Kombination mit anderen erneuerbaren Energien kann zusätzliche Förderungen ermöglichen.
Fazit
Eine Brauchwasserwärmepumpe ist eine energieeffiziente und umweltfreundliche Lösung für die Warmwasserbereitung. Sie benötigt wenig Platz, lässt sich einfach installieren und spart langfristig Energiekosten – besonders in Kombination mit einer Photovoltaikanlage.